Smokie: The Original Album Collection – Teil 1

Smokie Original Album ClassicsGute Nachrichten für Smokie-Fans: Die Band legt nach ihrer „GOLD Greatest Hits Edition“ noch eins obendrauf und gibt ihre Alben zur Neuauflage frei. Den Startschuss für die Serie „The Original Album Collection“ als New Extended Editions geben die vier letzten Alben sowie zwei Soloveröffentlichungen. Warum gerade die Wiederentdeckung der späten Dekade lohnt, zeigt ein Blick in die Bandhistorie.

Im Jahr 1979 setzte die Band selbst eine deutliche Zäsur in ihrer bis dato höchst erfolgreichen Geschichte: sie trennten sich von ihren Masterminds, den Starproduzenten der Disco-Generation Nicky Chinn und Mike Chapman. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war der Wunsch nach mehr kreativer Freiheit. Diese Entscheidung wurde jedoch von einem musikalischen Umbruch begleitet: Punk Rock wirbelte die Hörergewohnheiten durcheinander und für viele sich der Harmonie verpflichtenden Bands wurde die Zeit schwer, so auch für Smokie, was schließlich 1982 in der Auflösung der Originalbesetzung mündete. Innerhalb dieser drei Jahre veröffentlichten Smokie trotzdem noch vier bzw. wenn man „richtig“ zählt sogar fünf Alben, die ein sehr wandlungsfähiges Bild der Band dokumentieren. Rückblickend konnten Smokie im neuen Zeitgeist der 80er Jahre damals ihr Publikum nicht erreichen. Aus heutiger Sicht handelt es sich für Smokie Fans allerdings immer noch – oder gerade jetzt – um sehr hörenswerte Werke.

Die digital überarbeitete Neuauflage dieser und der beiden Soloalben von Chris Norman und Alan Silson lässt keine Erwartung offen, die man an eine Wiederveröffentlichung stellt. Alle sechs Alben präsentieren sich in einem aufklappbaren, sechsseitigen Digipack. Die achtseitigen Booklets enthalten seltenes und zum Teil bisher unveröffentlichtes Fotomaterial. Die englischen Liner Notes steuerte Good Times-Redakteur Uli Twelker bei und weiß über jeden Song eine charmante Besonderheit zu berichten. Original Autogramm Prints zieren die Cover von „The Other Side Of The Road“, „Solid Ground“ und „Strangers In Paradise“, die entstanden, als die Band bei einem früheren Deutschland-Besuch einige CD-Exemplare signierte. Alle Alben erscheinen erstmalig in dieser Form inklusive erweitertem Bonusmaterial .

 

1. The Other Side Of The Road (1979)

Das Erstlingswerk im Alleingang präsentierte sich deutlich innovativer und rockiger als seine Vorgänger unter der Ägide des Songwriter-Gespanns Chinn/Chapmann. Die Singleauskopplungen „Babe, It’s Up To You“ und „San Francisco Bay“ konnten sich auch wieder in den Top Ten platzieren, wenngleich nicht an die Spitze. Als Bonusmaterial wurden die Single B-Seiten „Cryin‘“, „Did She Have To Go Away“, „You’re You“ sowie „Maybe I Just Don’t Know“, das 2000 erstmals erschien, hinzugefügt und zusätzlich das lange verschollene „Classic Hits Medley“ für dieses Album wiederentdeckt.

Smokie Solid Ground Album2. Solid Ground (1981)

Die Fortsetzung des Befreiungsschlags mündete im siebten Album „Solid Ground“, das in Dublins Windmill Lane Studios entstand. Hier ließen sie ihren Ideen freien Lauf und hatten laut Alan Silson höllisch viel Spaß bei den Aufnahmen. Es wurde bluesiger als der vormalige Smokie-Sound, was denn auch ihren Produzenten Mickie Most nicht gerade begeisterte. Das Label wünschte Hits à la  „Alice“, sie wollten keinen Rock’n’Roll oder Blues. Die vorliegende Ausgabe enthält sechs Bonustitel, darunter als letzten Titel ein „Rock-Medley“, das lange Zeit nicht verfügbar war.

Smokie Strangers in Paradise3. Strangers In Paradise (1982)

Arbeiten im Urlaubsparadies – gibt es etwas Besseres? Die Aufnahmen zu diesem Album entstanden in den berühmten Compass Point Studios in Nassau/Bahamas, wo schon AC/DC 1980 ihr erfolgreichstes Album „Back In Black“ aufnahmen. Bei Smokie wiederum geht es nicht so hart zu. Im Gegenteil, man kann eine extrem entspannte Atmosphäre genießen. Allein der Titelsong „Strangers In Paradise“ mit leichten Reggaeanklängen und seiner killermässigen Hookline lassen den Funken überspringen und versetzen den Zuhörer in eine ebenso relaxte Sommerstimmung. Mit „Looking Daggers“ gibt es zudem den 1982 veröffentlichten Single-Titel als neuen Bonustitel mit dazu.

4. Midnight Delight (1982)

Nachdem „Strangers In Paradise“ von den Kritikern als zu vergangenheitsbezogen kritisiert wurde, versuchte man sich bei „Midnight Delight“ moderner und experimentierfreudiger. Die Titelauswahl lässt dabei erkennen, dass sich das Songwriter-Team Chris Norman und Pete Spencer innerlich bereits etwas von der Band verabschiedet hatten, mit „Warm Nights With You“ und „Hiding From The Night“ schenken sie dem Album zwar zwei ausgesprochene Perlen, überlassen den Rest des Songwriting aber den Kollegen Terry Uttley und Alan Silson, die sich dieser Aufgabe aber durchaus als gewachsen zeigen. Neben dem Original Album gibt es auch hier mit der Single „The Book“ und „A Cry In The Night“ zwei weitere beachtenswerte Bonustitel.

 

Chris Norman „Rock Away Your Teardrops“ (1982)

Erstmals nun offiziell als CD veröffentlicht, war das Album bisher nur als Bootleg erhältlich. Smokie-Fans wissen, dass sich hinter dem vermeintlichen Solo-Album alle vier Original Smokies verbergen, die das Album in derselben Session, in der auch „Midnight Delight“ entstand, gemeinsam aufgenommen haben. Also kann man „Rock Away Your Teardrops“ durchaus als das inoffiziell letzte Album der Band in Originalbesetzung bezeichnen. Die vorliegende Ausgabe enthält zudem ganze sechs Bonustracks. Darunter die Alan Silson Home Recording Version von „Rock Away Your Teardrops“ als wunderschöne Variante des ursprünglichen, von ihm geschriebenen Titelsongs. Die vorliegende Ausgabe enthält ganze sechs Bonustracks.

 

Alan Silson „Solitary Bird“ (2007)

Alan David Silson war Bandmitglied der ersten Stunde. Ohne ihn hätte es den charakteristischen Smokie-Sound der Band nicht gegeben. Als Gitarrist, Komponist und mit seiner Stimme trug er wesentlich zum unverwechselbaren Smokie-Sound bei, der sich auch bei seinem Solo-Projekt „Solitary Bird“ unüberhörbar durchsetzt. Das gemeinsam mit Ex-Kollege Pete Spencer produzierte Album enthält drei Bonus-Demo-Titel. „Solitary Bird“ ist zweifelsohne für jeden Smokie-Fan ein Hörvergnügen und eine perfekte Ergänzung der CD-Sammlung

Weitere entdeckenswerte Schätze warten im Frühjahr auf die Fans: Die Doppel-LP „Greatest Hits“ wird im April auf weißem Vinyl mit den beiden Original-LPs „Greatest Hits“ (mit der Erstveröffentlichung von „Living Next Door To Alice“) und „Greatest Hits Vol. 2“ erscheinen. Beide Originaltitellisten sind mit umfangreichem Bonusmaterial ausgestattet.

Im Herbst 2016 folgen dann die Reissues der ersten fünf Alben: „Pass It Around“ (1975), „Changing All The Time“ (1975), „Midnight Café“ (1976), „Bright Lights & Back Alleys“ (1977), „The Montreux Album“ (1978). On Top wird es die Live-CD „The Concert“ (1978) geben.

 

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