Boney M.: Skandal ums Plattencover von „Love For Sale“

BoneyM_Beitrag_LoveForSaleAls Boney M. nach ihrem Einstandshit „Daddy Cool“ im Frühling 1977 mit „Love For Sale“ ihr zweites Album veröffentlichen wollten, hallte ein Aufschrei über den Atlantik: zu wenig Textilien, zu viel Haut und zu grenzwertige Assoziationen für den amerikanischen Markt. Was war da los?

Text: Ernst Hofacker

Schon das Albumcover des Boney-M.-Debüts „Take The Heat Off Me“ war anzüglich ausgefallen. Zu sehen waren darauf die drei leichtbekleideten Sängerinnen der Gruppe, die sich auf dem Boden liegend übereinander wälzten, während der dahinter stehende Tänzer Bobby Farrell mit entblößter Brust und grimmigem Blick die Szenerie beaufsichtigte.
Als dann im Mai 1977 das Nachfolgealbum „Love For Sale“ erscheinen sollte, kam es hinter den Kulissen zunächst einmal zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen der deutschen Plattenfirma Hansa und dem nordamerikanischen Vertriebspartner Atlantic Records. Denn auf der anderen Seite des Atlantiks wollte man der zahlenden Kundschaft das Coverbild nicht zumuten.

Die Amis gehen auf die Barrikaden

Tatsächlich trug die Band auf dem gut ausgeleuchteten Foto nämlich so gut wie keine Kleidung. Lediglich Bobby Farrell posierte in strassbesetztem Slip, der mehr andeutete als er verbarg. Seine Bandkolleginnen wanden sich derweil gänzlich unbekleidet und an eine martialische Goldkette gefesselt zu seinen Füßen. Das Ganze, noch dazu mit dem Titel „Love For Sale“ (deutsch: „käufliche Liebe“) versehen, spielte bewusst mit Klischees von Sklaverei und Prostitution – definitiv unzumutbar für die puritanische Seele Nordamerikas (ein Schelm, wer angesichts der amerikanischen Geschichte dabei Böses denkt).

Erst nach aufgeregten Überseetelefonaten und saftigen Flüchen am jeweiligen Ende der Leitung war eine Lösung gefunden: In den USA und Kanada wurde die Platte mit einem anderen, wesentlich züchtigeren Cover veröffentlicht. Dem Erfolg der Musik tat all dies natürlich keinen Schaden, die beiden ausgekoppelten Singles „Ma Baker“ und „Belfast“ entwickelten sich im Laufe des Jahres zu Monsterhits, und die Albumverkäufe entsprachen den hohen Erwartungen, die Boney M. im Vorjahr geweckt hatten.

Außerdem: Wirklich zu sehen war auf dem originalen Plattencover ohnehin nichts, und heute, im Zeitalter der flächendeckenden Sexualisierung des Popmarketings, würde möglicherweise kein Mensch mehr ein Wort über das Artwork von „Love For Sale“ verlieren.

Boney M_Love For Sale_verkleinert

 

► WEITERLESEN: Boney M.: Neue Remixe zum 40. Geburtstag!

„Diamonds“ als einzigartige 3CD-, 3DVD- oder Fan-Box 

Nun gibt es zum 40-jährigen Jubiläum der Debütsingle „Baby Do You Wanna Bump“ den definitiven Karriererückblick: Am 30. März kommt „Diamonds“ als 3-CD-Box mit sämtlichen Hits in chronologischer Reihenfolge sowie diversen neuen Remix-Versionen. Die Deluxe-Edition in einer speziellen Fan-Box überrascht zudem mit einer zusätzlichen „Bootleg“-CD, weiteren neuen Remixes, einem T-Shirt und vielem mehr. Parallel dazu ist die 3-DVD-Box „Diamonds“ mit historischen TV-Auftritten, Promoclips und bislang unveröffentlichten Konzertmitschnitten erhältlich, darunter das letzte Boney-M.-Konzert, das 1984 in Sun City, Südafrika, aufgezeichnet wurde.

BoneyM_Fanbox_Inhalt(2)

Boney M. – „Diamonds“ | 3-CD-Box

BoneyM_Album_Packshot_3D_verkleinert

Disk 1
1. Baby Do You Wanna Bump, Pt. 1 – 7′ Version
2. Daddy Cool
3. No Woman No Cry
4. Sunny
5. Ma Baker – 7′ Alternate Version
6. Belfast
7. Rivers of Babylon – 7′ Alternate Version
8. Brown Girl in the Ring – 7′ Alternate Version
9. Rasputin – 7′ Version
10. Painter Man
11. Mary’s Boy Child / Oh My Lord – 7′ Version
12. Dancing in the Streets – 7′ Version
13. Hooray! Hooray! It’s a Holi-Holiday – 7′ Version
14. Gotta Go Home – 7′ Version
15. El Lute – 7′ Version
16. Bahama Mama – 7′ Version
17. I’m Born Again – 7′ Version
18. I See a Boat on the River – 7′ Version
19. My Friend Jack – 7′ Version

Disk 2
1. Children of Paradise – 7′ Version
2. Gadda-Da-Vida – 7′ Version
3. Felicidad (Margherita) – 7′ Version
4. Malaika
5. Consuela Biaz – 7′ Alternate Version
6. We Kill the World – 7′ Version
7. The Carnival Is Over (Goodbye True Lover) – 7′ Alternate Version
8. Going Back West – 7′ Version
9. Jambo – Hakuna Matata (No Problems) – 7′ Version
10. Somewhere in the World – 7′ Version
11. Exodus (Noah’s Ark 2001) – 7′ Version
12. Kalimba De Luna – 7′ Version
13. Happy Song – 7′ Version
14. My Cherie Amour
15. Young, Free and Single – 7′ Version
16. Bang Bang Lulu – 7′ Version
17. Stories – Radio Mix
18. Papa Chico – Rap Version
19. Barbra Streisand (The Most Wanted Woman) – Radio Mix

Disk 3
1. Song of Joy – Single Edit
2. Running Man (Frankie’s on the Run)
3. Sunny – John Munich & Thorsten Skringer Radio Sax Edit
4. Nightflight to Venus – Blank & Jones Remix
5. Ma Baker – Blank & Jones Radio Remix
6. Daddy Cool – Nick Raider Radio-Mix
7. Kalimba De Luna – Bassflow de Luna Mix
8. Rasputin – Bassflow 4.0 Mix
9. Rivers of Babylon – Echolot Fox Mix
10. Daddy Cool – Jay Frog & Amfree Remix
11. Sunny – John Munich & Thorsten Skringer Extended Sax Mix
12. Sunny – Blank & Jones Summer Vibe Remix
13. Rivers of Babylon – Nick Raider Club Party Mix
14. Kalimba De Luna – Bassflow de Luna Instrumental Mix
15. Rasputin – Bassflow 4.0 Remix

 

Boney M. – „Diamonds“ | 3-DVD-Box

Boney_M_DVD_Box_Packshot_3DDVD 1
Alle großen TV-Auftritter aus den kultigen TV-Shows wie
Top of the Pops (BBC)
Musikladen (ARD)
Formel Eins (WDR)
u.v.a.

DVD 2
Das Konzert 1978 Live in Dublin vom irischen Fernsehen
Außerdem das SOPOT Festival von 1979 Live in Polen

DVD 3
Das legendäre und letzte Konzert von Boney M. in Sun City (Süd-Afrika)
+Bonus Material

Weitere Artikel

Smokie_Gold_Beitrag_Bio1

Die Smokie-Story, Teil 1: It’s a long way to the top…

…if you wanna rock’n’roll! Zehn Jahre brauchten die Briten, bis sie zum ersten Mal Charts-Luft schnuppern konnten. Der Aufstieg der Band um Leadsänger Chris Norman verlief so mühselig wie stetig und ist von filmreifen Geschichten gepflastert – etwa einer Stimmbandentzündung, die Chris Norman seine raue Röhre beschert, oder einem ursprünglich für....
Mehr lesen
Sweet

Andy Scott erzählt die SWEET-Geschichte anhand ihrer Alben

In den 70er Jahren feierten SWEET international und vor allem auch in Deutschland große Erfolge. Sie waren der Inbegriff des Glamrock. In der Musiksendung “disco” mit Ilja Richter und im “Musikladen” hatten sie mehrere Auftritte. Zum 50. Jubiläum der Bandgründung führt uns Gitarrist Andy Scott anhand der Alben des neuen Boxsets....
Mehr lesen
UdoJürgens_DasLetzteKonzert_Beitrag

Udo Jürgens: Das letzte Konzert

Mehr als 1.000 Lieder hat er geschrieben, mehr als 50 Alben aufgenommen und mehr als unglaubliche 100 Millionen Tonträger verkauft: Zweifellos gehört Udo Jürgens (1934-2014) zu den Giganten der deutschsprachigen Unterhaltungsmusik. Am 7. Dezember 2014 spielte er in seiner Wahlheimat Zürich sein letztes Konzert, das bis auf den hintersten Platz ausverkauft....
Mehr lesen
Smokie_Gold_Beitrag_Alice

Smokies „Alice“: WTF – die unglaubliche Geschichte des größten Smokie-Hits

Ein gebrochenes Herz, eine holländische Bar, ein schottischer Comedian und das berüchtigte F-Wort: Die Story des wohl größten Smokie-Erfolgs „Living Next Door To Alice“ dürfte einmalig in den Annalen der Popgeschichte sein. Text: Ernst Hofacker Winter 1977: Als die waidwunde Stimme des Smokie-Leadsängers Chris Norman die anrührende Geschichte seiner Nachbarin Alice....
Mehr lesen
SmokieGOLD_CD(2)

Smokie „Gold“: ultimatives Paket zum 40. Jubiläum

Das gab’s noch nie: Die größten Hits, die besten Albumtracks plus diverse Raritäten aus der 40-jährigen Geschichte der britischen Rocklegende Smokie auf einer Doppel-CD! Abgerundet mit zwei neuen Songs von Chris Norman und Smokie, die extra für „Gold“ geschrieben wurden! Dazu versammelt ein 3-DVD-Package erstmals sämtliche TV-Auftritte sowie historische Konzerte in....
Mehr lesen